3 Fragen an...
...Jan Schwanitz. Er verfolgt die aktuellen Entwicklungen der AU-Veränderungen.

„Werkstätten müssen ihr AU-Gerät updaten“
Digitalisierung: Manche Werkstatt verpennt, dass der Leitfaden 5.01 längst greift. Ab 2019 gelten verschärfte Euro-6-Grenzwerte.
Alles begann mit dem Dieselskandal und den anschließenden Debatten um die Schadstoffe. Der Gesetzgeber reagierte, verschärfte die Regeln für die Durchführung der Abgasuntersuchung. Ergebnis: der Leitfaden 5.01...

Mit Matthies-Mitarbeiter Jan Schwanitz sprachen wir über dessen Auswirkungen, worauf sich Werkstätten schon jetzt einstellen müssen und welche Fristen für die nächsten Stufen gelten.

1. Herr Schwanitz, seit wann gilt der Leitfaden 5.01, und welche Folgen hat er für die Werkstätten?
Schwanitz:
Ursprünglich galt der Leitfaden 5.01 für alle Marktteilnehmer seit dem 1. Januar. Da mancher Gerätehersteller aber bis Ende 2017 kein Update bereitstellen konnte und auch viele Betriebe noch nicht vorbereitet waren, gab es auf den letzten Drücker doch eine Fristverlängerung bis zum Ende dieses Jahres. Wer den neuen Leitfaden aber bis dahin nicht installiert hat, darf künftig nur noch Fahrzeuge mit einer Erstzulassung bis zum 31.12. 2005 messen.

2. Was ändert sich sonst durch den Leitfaden, und welche Bedingungen müssen die Betriebe erfüllen?
Schwanitz:
Konkret sieht die Stufe 1 des neuen Leitfadens bei der OBD-Funktionsprüfung (für Benziner und Diesel) die Sichtprüfung der Kontrolllampe „Motordiagnose“ vor, das Auslesen der OBD-Daten über die
OBD-Schnittstelle des Wagens– und auch wieder die Abgas Endrohrmessung. Diese Endrohrprüfung gilt ja bereits jetzt und zwar auch an Fahrzeugen, die nach dem 1.1. 2006 zugelassen wurden und für die seit 2008 das sogenannte zweistufige OBD-Prüfverfahren angewendet wurde, also die Prüfung lediglich der Motorkontrollleuchte und der Readiness-Codes. Bei Dieseln ist es außerdem erforderlich, die Nenndrehzahl zu erfassen und in der Prüfbescheinigung einzutragen. Bis zum Jahresende bleiben noch die gesetzlichen Grenzwerte bei der CO-Messung für Benzinfahrzeuge bestehen.


3. Und was passiert dann im nächsten Jahr?

Schwanitz:
Ab 1. Januar 2019 greift Stufe 2. Hier werden die Abgasgrenzwerte für die Trübungsmessung beziehungsweise für die CO-Messung bei Euro-6-Fahrzeugen angepasst, es gelten schärfere Grenzwerte. Problem: Viele Abgas-Messmodule wie das Bosch RTM 430 erfüllen dann nicht mehr die benötigten Soft- und Hardware-Voraussetzungen. Abgastester der Genauigkeitsklasse „0“ hingegen haben keine Probleme. Wer
aber bereits für Stufe 1 aufrüsten muss, dem empfehlen wir, in ein neues Trübungsmessmodul zu investieren. Ab 1. Januar 2021 ist die dritte Stufe vorgesehen. Der Gesetzgeber schreibt dann bei der AU an Dieselfahrzeugen statt der Trübungsmessung die Messung der Partikelanzahl im Endrohr vor. Das bedeutet aber nicht, dass Werkstätten auf Trübungsmessgeräte verzichten können. Die Messung der Partikelanzahl wird nur für bestimmte  Fahrzeuge  vorgeschrieben. Bei älteren Fahrzeugen (z.B. Euro 4 und 5) misst die Werkstatt auch weiterhin die Trübung. Die neue Messmethode ersetzt also keineswegs für alle Fahrzeuge den bisherigen Ablauf. Wir gehen davon aus, dass für die neue Messmethode „nur“ ein weiteres Modul an den vorhanden Abgastester angeschlossen werden muss, mit dem das Bestandsgerät (z.B.die BEA 950 S1, rechts) nach 2021  genutzt  werden  kann. Denn auch die neue Methode benötigt eine Benutzerführung, einen Protokollausdruck und die Kommunikation über das OBD Modul zum Fahrzeug.

 

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Bosch BEA 950 S1
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